Fi Bassar e.V.

Ich bin Rali Guemedji und komme aus der Stadt Bassar im Norden Togos/Westafrika. Seit 18 Jahren lebe ich mit meiner Familie in Deutschland und arbeite im Klinikum Nürnberg als Krankenschwester. Wir fühlen uns in Deutschland sehr wohl. Nach langer Zeit besuchte ich im Jahr 2012 meine Heimatstadt Bassar wieder und wurde in diesem Rahmen mit den entsetzlichen Zuständen im dortigen Krankenhaus und im Bereich der Schulbildung konfrontiert. Insbesondere die äußerst schlechte gesundheitliche Versorgung von Frauen und Kindern hat mich zutiefst erschüttert und mir schlaflose Nächte bereitet. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie beschwerlich das alltägliche Leben für Frauen in Togo ist.

Viele Frauen liegen mit ihren neugeborenen Babys auf dem Boden, da im Krankenhaus in Bassar nur wenige Betten vorhanden sind. Für Entbindende gibt es keinen Gebärstuhl, so dass diese ihre Kinder auf einer beschädigten Liege zur Welt bringen müssen. Des Weiteren müssen die Frauen eigenes Material wie Handschuhe zur Geburt mitbringen. Aus Angst vor einer AIDS-Infektion behandeln die einheimischen Hebammen die Schwangeren nur mit Handschuhen. Fehlen diese, gibt es auch keine Hilfe. Wird ein Kaiserschnitt durchgeführt, fehlen oftmals sterile Instrumente. Dadurch kommt es zu Infektionen, an denen viele Frauen sterben. Darüber hinaus sind die hygienischen Bedingungen untragbar, da keine Desinfektionsmittel vorhanden sind.

Die hier geschilderten Missstände ließen mich nicht mehr zur Ruhe kommen, so dass ich im Juli 2012 mit Kollegen/-innen den Verein Fi Bassar („Rettet Bassar“) gegründet habe.

Wir haben schon viele Projekte umgesetzt, um die Menschen und insbesondere die Frauen in Bassar zu unterstützen. So waren wir unter anderem schon zweimal in Bassar vor Ort und konnten mit der Verteilung von „Lebensstartpäckchen“ für Mütter und Neugeborene und einem Brunnenbau für die dortige Schule sehr viel bewirken! Die „Lebensstartpäckchen“ beinhalten unter anderem Handschuhe, Desinfektionsmittel, Wäsche und einen Gutschein für die kostenpflichtige Geburtsurkunde, ohne welche keine Einschulung in Bassar möglich ist.

Ich freue mich sehr, wenn Sie uns bei unserer Aufgabe unterstützen und den Frauen und ihren Neugeborenen in Bassar helfen.

Rali Guemedji

 

Weitere Informationen zur Gründung von Fi Bassar e.V.:

https://www.klinikum-nuernberg.de/DE/aktuelles/knzeitung/2013/201302/hilfsprojekt.html